Mittwoch, 8. Dezember 2010
Berlin Calling / Hannes Stöhr

Hier geht es nicht nur um Musik, dieser Film IST Musik! Als ob der Film im harten Techno-Takt atmen würde! Dennoch ist die Erzählung, die Kamera und der Schnitt nicht im selben Takt hektisch und übermäßig schnell, sondern im Gegenteil: es bleibt Zeit für überwältigende Bilder, irrwitzige Gespräche und Emotionen.
Paul Kalkbrenner ist nicht nur der Protagonisten-Kopf des Films, sondern auch der Kopf der Musik, die er als Berufs-DJ selbst komponiert hat. Er lebt die Rolle und am Ende frägt man sich, wieviel er davon selbst schon durchlebt hat.
Selbst wenn jemandem die Musik nicht gefällt, wird er den Film lieben, weil er mehr ist als nur Techno. Selbst wenn jemand meint, es sei eine aufgewärmte Version von "Einer flog über das Kuckucksnest", so irrt er sich: in erster Linie ist es eine Art Dokumentation/Darstellung/Ode an die Techno-Szene. Und das in jeder Hinsicht wahnsinnig gut gemacht!
Das Production Design hält sich manchmal mit Pastelltönen zurück und überlässt der Musik die Bühne. Und andererseits scheint das Bild durch energievolle Farben zusammen mit der Musik schier zu explodieren. Quadrate und andere rein geometrische Formen dominieren die Bildkomposition als Zeichen für die Einfachheit und Rohheit des Techno.
Insgesamt hat der Film etwas, das uns in seinen Bann zieht - als ob man selbst gerade auf Drogen wäre. Zieht euch den Film rein - holt euch den Soundtrack-und ab geht der Trip!



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