
Warum werden bei solch einem Titel so viele nicht-französische Regisseure ausgewählt?! Es mag ja sein, dass die Regisseurliste mit Namen wie Wes Craven oder dem tollen Gus van Sant glänzt. Aber das kann doch nicht sein, dass mehr als die Hälfte der Kurzfilme von Touristen in Paris, Sprachproblemen oder platten französischen Klischees handelt. Was für ein Irrsinn!
Wenn ich einen Film drehen wollen würde mit dem Titel "Meine große Liebe München", dann würde ich weder in Hamburg drehen, noch die Menschen mit russischem Akzent reden lassen, oder geschweige denn meine Hauptdarsteller mit etlichen Touri-Guides festtackern! Selbst wenn River Phoenix oder Jeanne Moreau persönlich mitspielen wollen würden!
So, das musste mal gesagt werden!
Ansonsten enthält der Film ein paar wirklich nette und rührende 10-Minuten Geschichten. Dabei sind mir folgende besonders im Gedächtnis geblieben:
Isabel Coixet: arbeitet wundervoll mit Symbolen wie dem roten Mantel oder persönlichen Eigenheiten der Charaktere. Alles eingefangen in einer Amélie-Autoritär-Erzählweise.
Tom Tykwer: Natalie Portman verliebt sich als Schauspielerin in einen blinden Pariser. Wie Poesie bleibt ganz Paris mit den beiden stehen und eilt gleichsam über die Beziehung hinweg. Dabei ist die Stimmung der Erzählung besonders interessant - wie in einem Gedicht, kommt einem die Geschichte gleichzeitig traurig und schön zugleich vor. Überraschenderweise mit einem unpoetischen und stolperhaften Happy End.
Gus van Sant: Eine emotionale Entdeckung einer Seelenverwandtschaft zwischen zwei Männern - ausnahmsweise rein platonisch! Doch am Ende läuft er trotz positiver Bildsprache in die falsche Richtung.
Beiträge die mir erspart hätten bleiben können sind die Kurzfilme von Vincenzo Natali (Vampire und Paris bleiben für mich einfach unkompatibel) und Alfonso Cuaron (ein unnötiger Nick Nolte läuft im Dunkeln unkenntlich rum und führt unnötige Gespräche - darauf hat die Welt gewartet - danke.)
edmond.dantesse am 22. November 10
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren